Das Porträt von Esther Das schwarze Heft

Der Kunstmarkt während der Besatzung: der Fall Rochlitz

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Episode IV - Seitenzahl 61

Der Galerist Galande nutzt die Besatzung, um jüdische Sammlungen wie die der Familie Blum zu plündern. Die Figur ist frei erfunden, inspiriert sich jedoch an dem deutschen Kunsthändler Gustav Rochlitz.

Gustav Rochlitz lässt sich 1933 in Paris nieder, wo er im Kunstmilieu zahlreiche Kontakte knüpft. Während der Besatzung macht sich Rochlitz seine deutsche Staatsangehörigkeit und die neue Nachfrage nach Kunstobjekten für seine Geschäfte zunutze.

Der Kunsthändler besucht regelmäßig das Jeu de Paume. Während seiner vier Jahre währenden Kollaboration mit dem ERR verkauft der Kunsthändler seine Objekte an Kollegen und Sammler in Paris und ganz Europa.

Er wird im Dezember 1945 in Deutschland festgenommen und am 28. März 1947 aufgrund von wirtschaftlicher Kollaboration zu drei Jahren Haft verurteilt und sein gesamter Besitz wird konfisziert. 1950 wird er vom Präsidenten begnadigt, in der Folge bemüht er sich um die Restitution seiner beschlagnahmten Güter. Er stirbt 1972 im Alter von 83 Jahren.